Geschichte

Der aus Vorderhaus, zwei Seitenflügeln und Hinterhaus bestehende Gebäudekomplex befindet sich an der Ecke Markt – Badergasse im mittelalterlichen Stadtkern Penigs – und zwar im am frühesten besiedelten Bereich des Stadtkernes: immerhin ist der zwei Häuser weiter befindliche Stern noch vor der Stadterwähnung bekannt.

Diese städtebauliche Situation wird durch zwei historische Stadtpläne belegt: ein Plan aus dem 16. Jahrhundert zeigt den Verlauf der Stadtmauer direkt auf der Bauflucht des jetzigen Hintergebäudes ebenso wie der Stadtplan nach dem sächsischen Meilenblatt von 1798.Sicher ist, dass der Gebäudekomplex seit 1896 in jetziger Form besteht.
Am 16.10.1896 wird unter der Nummer 20, Abt. A, 1896, Nr. 11063 die Bauakte des Reichsbrandversicherungs-Katasters angelegt. Grund war die Beantragung einer Baugenehmigung zu einer Fassaden-Veränderung, vorgelegt von Baumeister Bernhard Straubelt an den Peniger Stadtrat

Aus einer historischen Stadtansicht lässt sich entnehmen, dass die Rückseite des Komplexes entweder direkt an der früheren Stadtbefestigung mit einem Stadtturm gelegen oder sogar Teil dieser war, zumal die Badergasse einen Stadtausgang an dieser Stelle nahe legt. Dieser Stadtausgang war früher als Badertor bekannt. In älteren Lageplänen ist  in Verlängerung der Badergasse Richtung Mulde eine Fußgängerbrücke zur Altpeniger Seite verzeichnet.

Als damaliger Besitzer sind der Kaufmann Albin Hartmann sowie Herr Uwe Steinbach eingetragen. Diese Veränderung ist durch Grundriss- und Ansichtszeichnung teilweise dokumentiert. Zu diesem Zeitpunkt waren noch die Mittelgangerschließung im Vorderhaus und die Gewölbedecken im Erdgeschoss erhalten
Ein weiterer Bauantrag vom 15. September 1902 dokumentiert sehr gut die bis heute erhaltene Raumstruktur des Vorderhauses. Allerdings ist der Umbau des Erdgeschosses zu einem großen Verkaufsraum noch nicht erfolgt.
Der Bauantrag beabsichtigt den Einbau einer neuen Treppenanlage und ist glücklicherweise nicht ausgeführt worden.  In diesem Bauantrag ist die Gewölbestruktur des Erdgeschosses im Vorderhaus ersichtlich – der Umbau des Erdgeschosses ist also mit Sicherheit nach 1902 erfolgt. Die Pläne für den Ladenumbau (Einrichtungsplanung) sind im Original erhalten und stammen von der Firma Albin Lasch aus Dresden. Leider sind die Pläne nicht datiert.
Während die Profilierung der Porphyr-Fenstergewände, die Porphyr-Spindeltreppe und die durchlaufenden Brüstungsgesimse an der Marktfassade auf die Re-naissance und eine Entstehungszeit um 1610 hinweisen, legen die Porphyrsäule mit 6-eckigem Fuß und das Rundbogenfenster im Erdgeschoss des Vorderhauses mit bildhauerisch gestalteter Spandrille eine frühere Datierung nahe (Spätgotik / Frührenaissance ca. 1550 – 1600).
Vergleichbare Säulenbasen sind aus der Spätgotik (Freiburg/Breisgau, Kaufhaus, 1524–1532) sowie aus der Frührenaissance (Nürnberg, Pellerhaus, 1592) bekannt. Die Art der Gewändeprofilierung ist ähnlich der des Alten Peniger Schlosses oder des Altenburger Rathauses u.a. Bauten der sächsischen Renaissance
.

Stadtansicht um 1650

letzte Aktualisierung 25.01.2011

.